Ein Giffen-Gut

Volkswirtschaft

Ein Phänomen der Konsumtheorie, benannt nach dem schottischen Ökonomen Sir Robert Giffen, der dieses Phänomen im 19. Jahrhundert beobachtete. Es beschreibt eine bestimmte Art von Gütern, deren Nachfrage steigt, wenn ihr Preis steigt (im Gegensatz zu herkömmlichen Gütern). Dieser Effekt tritt auf, wenn Menschen mehr von einem Gut kaufen, weil es so reichlich vorhanden ist, dass Verbraucher trotz des Preisanstiegs ihren Konsum anderer, weniger begehrter Güter reduzieren.

Beispiele für Giffen-Güter sind in der Praxis selten und oft umstritten, da sie schwer zu identifizieren und zu analysieren sind. Die meisten hängen damit zusammen, dass Menschen in einigen armen Ländern bei steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel einen größeren Teil ihres Einkommens für diese Güter ausgeben können, wodurch sie ihren Konsum anderer Güter reduzieren und ihre Nachfrage steigt. Einige klassische Beispiele, die in ökonomischen Studien häufig zitiert werden, sind:

  • Kartoffeln während der Großen Hungersnot in Irland im späten 19. Jahrhundert. Kartoffeln galten als Grundnahrungsmittel der Armen. Als die Reispreise stiegen, waren Familien gezwungen, andere Lebensmittel (wie Fleisch oder Gemüse) einzuschränken und mehr Kartoffeln zu kaufen, um ihren Kalorienbedarf zu decken. Dies führte trotz des gestiegenen Brotpreises zu einer steigenden Nachfrage nach Brot.
  • In einigen Regionen Chinas, in denen Reis ein Grundnahrungsmittel ist und das Einkommensniveau niedrig ist, kann ein Anstieg des Reispreises zu einem erhöhten Konsum führen, da die Menschen andere Ausgaben einschränken, um sich mehr Reis leisten zu können.
  • In einigen Studien werden auch Maistortillas in Mexiko erwähnt, die für viele Mexikaner die Hauptkalorienquelle darstellen. Sie können ein Beispiel für ein Giffen-Gut sein.

Ein Giffen-Gut ist ein seltenes und paradoxes ökonomisches Phänomen, das die Aufmerksamkeit von Ökonomen auf sich gezogen hat und häufig in ökonomischen Lehrbüchern und der akademischen Forschung diskutiert wird. Dieses Konzept ist Teil eines allgemeineren Phänomens, des „Giffen-Effekts“, der die traditionellen Gesetze der Nachfrage verletzt.